Leibnitz: Der Biber ist zurück!

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Zahlreichen Spaziergängern werden sicherlich entlang der Mur die diversen angenagten Bäume bemerkt. Umso erfreulicher ist es dazu, dass es sich hierbei nicht um einen einzelnen Biber handelt. Die Tiere leben im Familienverband.

Diese Familie besteht aus einem lebenslang zusammenlebenden Paar, seinen Jungen aus dem Vorjahr und jenen aus dem laufenden Jahr. Jede Familie besetzt ein Revier, dessen Größe vom Nahrungsangebot abhängt und zwischen 500 Meter und mehrere Kilometer Uferlänge umfassen kann. Die Markierung des Reviers erfolgt mit einem stark riechenden Sekret.

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Die Ansprüche, die der Biber an seinen Lebensraum stellt, sind relativ gering. Wesentlichste Voraussetzung für eine Besiedelung sind das Vorhandensein von ganzjährig verfügbarem Wasser und ausreichend Nahrung. Der Biber ernährt sich ausschließlich pflanzlich. Während im Sommerhalbjahr zahlreiche krautige Pflanzen auf dem Speisplan stehen, wird er in der kalten Jahreszeit zum Rindenspezialisten mit einer eindeutigen Präferenz für Weiden und Pappeln. Um an die gewünschten Äste zu gelangen, muss er die Bäume fällen. Dabei hinterlässt er charakteristische Fraßspuren, die seine Anwesenheit verraten. 

Gemeinsam mit dem Bürgermeister der Marktgemeinde Wagna, Peter Stradner, dem Vizebürgermeister Johann Ritter und Gemeinderat Christian Tischler beging vor kurzem Ortseinsatzstellenleiter Raphael Narrath - von der Steiermärkischen Berg- und Naturwacht, Ortseinsatzstelle Leibnitz - das Gebiet rund um Hasendorf. Zusammen mit Mag. Brigitte Komposch - Biberberaterin für die Steiermark vom Ökoteam - sowie einiger weiterer anwesenden Personen wurde ein Lokalaugenschein durchgeführt. Rund 150 Jahre dauerte es, bis der vom Naturschutz strengstens geschützte Biber sich wieder in unserer Region ansiedelte. Und das soll auch so bleiben! Der Biber war ja bis ins 17. Jahrhundert in ganz Europa beheimatet. Aufgrund seines hochwertigen Fells, dem schmackhaften Fleisch und vor allem dem „Bibergeil“, dem eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben wurde, wurde er fast gänzlich ausgerottet.

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Besonders das LE 14-20, ein Programm für die Entwicklung des ländlichen Raumes, sieht die Wiederansiedelung des Bibers als äußerst wichtig und erstrebenswert an. Denn der Biber ist in der Lage seine Umwelt nach seinen Ansprüchen zu verändern und schafft dabei neue Lebensräume für viele andere Tier- und Pflanzenarten. Er gilt daher als sogenannte „Schlüsselart“. So hat der Biber unter anderem einen positiven Einfluss auf die Fischfauna. Durch die Anlage von Dämmen und Burgen schafft er Versteckmöglichkeiten und Laichplätze für Fische. Durch das Astgewirr am Ufer werden Fischfänger wie Graureiher und Kormoran wirksam ferngehalten.


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Text + Fotos: Michael Gratzer, Berg- und Naturwacht | Media Team

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